Wege in die Ausbildung Aus Kurzabsagen lernen: So machst du deine nächste Bewerbung erfolgreicher
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Die ersten Bewerbungen sind oft mit Enttäuschungen verbunden, besonders wenn eine Kurzabsage ins Haus flattert. Doch anstatt den Mut zu verlieren, bietet sich hier eine wertvolle Chance zur Verbesserung. In diesem Artikel erfährst du, wie du gezielt nach Feedback fragen kannst, um herauszufinden, welche Punkte in deinen Bewerbungen optimiert werden können. Außerdem wird erläutert, wie du durch das Notieren von häufigen Rückmeldungen Muster erkennst und entsprechende Maßnahmen ableitest. Lass dich von Kurzabsagen nicht entmutigen, sondern betrachte sie als Lernmöglichkeiten auf deinem Weg zur Traumberufsausbildung.
Die erste Bewerbung ist raus – und dann kommt die Antwort, die keiner gerne erhält: eine Kurzabsage. Kurz, knapp und manchmal auch etwas frustrierend. Du fragst dich, was du falsch gemacht hast? Warum haben sie dich nicht ausgewählt? Die gute Nachricht: Kurzabsagen sind kein Grund, den Kopf hängenlassen zu lassen. Sie sind vielmehr eine Chance, etwas zu lernen und deine nächste Bewerbung noch besser zu machen.
Viele Schulabgänger sind unsicher, wenn es um die Bewerbung geht. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 32 Prozent der jungen Menschen in Deutschland wissen nicht, wie sie ihren Berufseinstieg gestalten sollen. Wenn dann auch noch Absagen kommen, kann das entmutigend wirken. Aber hier ist das Wichtigste vorweg: Absagen sind normal, und sie sind vor allem wertvoll. Sie zeigen dir, wo du noch anpassen kannst – und das ist ein großer Vorteil.
Beginnen wir mit dem ersten und wichtigsten Schritt: Rückmeldung erbitten.
Schritt 1: Rückmeldung erbitten – Der Mut zu fragen
Viele Bewerbende trauen sich nicht zu fragen, warum sie eine Absage erhalten haben. Das ist verständlich, aber genau hier liegt eine große Chance verborgen. Ein kurzes, höfliches Anschreiben oder ein Anruf kann dir wertvollen Input geben.
Wie könnte so eine Nachricht aussehen? Du könntest schreiben: „Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ihre Absage nehme ich gerne an und respektiere Ihre Entscheidung. Mir wäre es sehr hilfreich, wenn Sie mir mitteilen könnten, ob es spezifische Punkte gab, an denen ich ansetzen könnte, um mich in zukünftigen Bewerbungen zu verbessern. Ich würde mich über konstruktives Feedback sehr freuen."
Die meisten Betriebe werden dir nicht detailliert antworten – manche Unternehmen haben dafür einfach keine Kapazität. Aber es lohnt sich zu versuchen. Besonders kleinere Handwerksbetriebe oder regionale Unternehmen sind oft gesprächsbereit und geben gerne einen kurzen Hinweis. Ein kurzes Telefonat ist manchmal sogar effektiver als eine E-Mail. Die Hemmschwelle ist größer, aber die Chance auf echtes Feedback ist höher.
Schritt 2: Häufige Gründe notieren – Das Muster erkennen
Nachdem du dich nach Feedback erkundigt hast, beginnt die Detektivarbeit. Notiere dir, was du erfährst. Es könnte sein, dass Rückmeldungen ähnlich klingen:
- Vielleicht heißt es, dass deine schulischen Noten nicht ganz gepasst haben.
- Vielleicht war es die Bewerbung selbst – Rechtschreibfehler, ein unpersönliches Anschreiben oder ein veraltetes Bewerbungsfoto.
- Manchmal ist es auch eine fachliche Anforderung, bei der du nacharbeiten könntest.
- Oder es war einfach nur Pech: Viele andere Bewerbende waren noch gut qualifiziert, und der Platz war begrenzt.
Aber auch ohne explizites Feedback kannst du beobachten. Bekommst du mehrere Absagen von ähnlich großen Betrieben im gleichen Bereich? Dann könnte es sein, dass es ein systematisches Problem gibt. Vielleicht ist dein Anschreiben zu allgemein, vielleicht brauchst du noch ein paar praktische Erfahrungen, oder vielleicht passen deine Erwartungen nicht ganz zu dem Beruf.
Das Wichtige: Schreib es auf. Nicht um zu grübeln, sondern um Klarheit zu schaffen. Sammle deine Erkenntnisse wie ein Forscher, der ein Rätsel lösen will.
Schritt 3: Maßnahmen ableiten – Konkrete Schritte setzen
Jetzt wird es konkret. Aus deinen Beobachtungen entwickelst du konkrete Verbesserungen. Ein Beispiel:
- Wenn du merkst, dass deine Schulnoten ein Hindernis sind, könntest du in bestimmten Fächern nacharbeiten oder gezielt Fachkurse besuchen. Du könntest auch nach Unternehmen schauen, die ein Praktikum oder ein Vorbereitungsprogramm anbieten – solche Programme gibt es und zeigen Betrieben, dass du ernsthaft interessiert bist.
- Wenn es um die Bewerbung selbst geht, dann überarbeite dein Anschreiben. Statt allgemeiner Floskeln schreibst du konkret, warum du gerade bei diesem Unternehmen arbeiten möchtest. Vielleicht kennst du sogar jemanden, der dort arbeitet? Ein persönlicher Bezug macht einen großen Unterschied.
- Wenn du merkst, dass du praktische Erfahrung brauchst, absolviere ein Praktikum oder zwei. Viele Schulen bieten Praktikumszeiten an, und die sind goldwert. Du bekommst nicht nur Erfahrung, sondern auch Kontakte – und manchmal sogar direkt eine Ausbildungsstelle, weil der Betrieb dich bereits kennt.
Die Maßnahmen sollten realistisch und zeitlich machbar sein. Es nützt nichts, dir zwanzig Dinge auf einmal vorzunehmen. Konzentriere dich auf zwei bis drei konkrete Punkte und arbeite sie ab.
Schritt 4: Nächste Bewerbung anpassen – Kleine Änderungen, große Wirkung
Mit deinen neuen Erkenntnissen schreibst du jetzt die nächste Bewerbung anders. Das Anschreiben wird persönlicher, deine Fähigkeiten stellen sich deutlicher dar, das Anlagenpaket ist aktualisiert und fehlerfrei.
Und hier ist der psychologische Trick: Du bekommst mit deinen Verbesserungen direkt ein besseres Gefühl bei der Bewerbung. Du merkst, dass du nicht einfach die gleiche Bewerbung erneut versendest, sondern dass du dich weiterentwickelt hast. Das vermittelt sich unbewusst auch dem Leser.
Ein wichtiger Punkt: Vergiss nicht, dass deine Ausbildungsbetriebe auch unterschiedlich sind. Was bei Betrieb A nicht funktioniert hat, könnte bei Betrieb B perfekt passen. Das ist nicht schlecht – das ist normal. Jeder Betrieb hat andere Anforderungen, andere Kulturen, andere Prioritäten.
Das Wichtigste: Dranbleiben
Kurzabsagen fühlen sich wie Rückschläge an. Aber sie sind in Wahrheit Lernmöglichkeiten. Jede Absage, von der du etwas lernst, bringt dich näher an deine richtige Ausbildung. Statistisch zeigt sich immer wieder: Wenn Schulabgänger aktiv an ihrer Orientierung arbeiten und sich Zeit für Berufsorientierung nehmen, fällen sie bessere Entscheidungen.
Es ist völlig normal, mehrere Bewerbungen zu schreiben, bis es klappt. Du bist nicht allein mit diesem Prozess – und du machst nichts falsch, nur weil eine Absage kommt. Du machst genau das Richtige, wenn du daraus lernst und es beim nächsten Mal besser machst.
Also: Rückmeldung erbitten, Gründe notieren, Maßnahmen ableiten, nächste Bewerbung anpassen. Schritt für Schritt. Und bedenke: Jede Bewerbung, über die du nachdenkst und die du verbesserst, bringt dich deinem Ziel näher.
