Beruflich durchstarten: Inspiration und Orientierung für deinen Weg

Ausbildung im Handwerk Dachdecker/in mit Schwerpunkt Dachbegrünung: Ein Beruf zwischen Handwerk und Nachhaltigkeit

© KI-generiertes Bild

Der Beruf des Dachdeckers oder der Dachdeckerin mit dem Fokus auf Dachbegrünung vereint handwerkliche Fähigkeiten, Kreativität und ein starkes Umweltbewusstsein. In diesem faszinierenden Berufsbild geht es weit über die klassische Eindeckung von Dächern hinaus. Die Fachleute planen, installieren und pflegen begrünte Dächer, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen. Die Arbeit erfordert umfassendes Wissen über Materialien, Statik und Pflanzenbiologie. Mit einer soliden Ausbildung und verschiedenen Karrieremöglichkeiten ist dieser Beruf besonders zukunftssicher und spannend für alle, die gerne aktiv und in der Natur arbeiten.

Du stehst auf einer Baustelle, die Sonne scheint, und unter deinen Füßen entsteht gerade etwas Besonderes: ein begrüntes Dach, das nicht nur praktisch ist, sondern auch die Umwelt schützt. Das ist der Job von Dachdeckerinnen und Dachdeckern mit Schwerpunkt Dachbegrünung – ein Beruf, der Handwerk, Kreativität und Nachhaltigkeit verbindet. Wenn dich dieser Mix interessiert, dann lies weiter und lerne einen Beruf kennen, der mehr ist als nur „Ziegel auf Ziegel".

Was macht man als Dachdecker/in mit Schwerpunkt Dachbegrünung?

Als Dachdecker oder Dachdeckerin mit Spezialisierung auf Dachbegrünung machst du einiges mehr als nur klassische Dacharbeiten. Natürlich gehören zum Beruf auch Arbeiten wie das Eindecken von Dächern mit Ziegeln, Schiefer oder anderen Materialien dazu – das ist das klassische Handwerk, das du beherrschst. Aber dein Schwerpunkt liegt auf der Installation und Instandhaltung von begrünten Dächern.

Das bedeutet konkret: Du planst mit deinem Team, wie ein Dach begrünt werden kann. Du bereitest die Dachabdichtung vor, legst Schutzschichten an und kümmerst dich um die richtige Drainage – damit das Regenwasser optimal ablaufen kann und die Pflanzen trotzdem genug Wasser haben. Anschließend bringst du die Vegetationsschicht mit Erde und Pflanzen an. Das klingt vielleicht simpel, aber dahinter steckt jede Menge Wissen über Statik, Materialien und Pflanzenbiologie.

Deine Aufgaben sind vielfältig: Du arbeitest auf Wohngebäuden, Bürokomplexen, Schulen oder Industriegebäuden. Du führst Wartungen durch, kontrollierst die Begrünung auf Schäden und sorgst dafür, dass die Pflanzen gedeihen. Das ist handwerkliche Arbeit, die am Ende der Woche sichtbar ist – und die vielen Menschen freut, wenn sie auf ein schönes, grünes Dach schauen können.

Das Beste daran: Du machst nicht nur einen Job, sondern trägst zu mehr Grün in der Stadt bei. Begrünte Dächer verbessern das Klima, reduzieren Wärmestau in Städten und bieten Lebensraum für Insekten und Vögel. Das ist echte nachhaltige Arbeit.

Die Ausbildung – Dauer, Berufsschule und Betrieb

Wenn dich dieser Beruf reizt, brauchst du zunächst eine klassische Dachdeckerausbildung. Diese dauert insgesamt drei Jahre und ist eine duale Ausbildung – das bedeutet: Du lernst im Betrieb praktisch mit an und besuchst parallel die Berufsschule.

Im Betrieb arbeitest du von Anfang an mit deinem Team auf echten Baustellen. Du lernst, wie man richtig sichert, welche Werkzeuge man wann einsetzt, und wie man qualitativ hochwertig arbeitet. Dein Ausbilder zeigt dir Schritt für Schritt, wie alles funktioniert. Du sammelst echte Erfahrung und merkst schnell, ob dir der Job liegt.

An zwei bis drei Tagen pro Woche gehst du in die Berufsschule. Dort lernst du die Theorie: Wie funktioniert Dachabdichtung? Was besagt die DIN-Norm? Wie berechnest du Flächen? Und vor allem: Wie funktioniert Dachbegrünung im Detail? Du beschäftigst dich mit verschiedenen Begrünungssystemen, erfährst, welche Pflanzen auf Dächern wachsen, und lernst, wie man die Statik korrekt berechnet.

Nach deiner Grundausbildung als Dachdecker kannst du dich dann spezialisieren. Viele Betriebe bieten Zusatzqualifikationen im Bereich Dachbegrünung an. Das kann eine spezielle Schulung sein, oder du spezialisierst dich einfach praktisch im Betrieb und wirst zum Experten für begrünte Dächer.

Am Ende deiner Ausbildung machst du eine Abschlussprüfung. Darin zeigst du, dass du die Fachkenntnisse hast und auch praktisch alles umsetzen kannst. Mit dem Abschluss in der Tasche – herzlichen Glückwunsch! – bist du nicht nur Dachdecker/in, sondern ein ausgelernter Handwerker mit echtem Können.

Welche Stärken solltest du mitbringen?

Für diesen Beruf brauchst du nicht unbedingt bestimmte Schulnoten – es geht mehr um deine persönlichen Stärken und deine Einstellung.

  • Schwindelfreiheit und gute körperliche Fitness sind absolute Grundvoraussetzungen. Du wirst in der Höhe arbeiten, und das ist nicht für jeden etwas. Wenn dich aber die Höhe nicht abschreckt und du gerne aktiv bist, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen.
  • Handwerkliches Geschick ist natürlich wichtig. Du solltest Freude daran haben, mit deinen Händen zu arbeiten, Dinge zu bauen und zu reparieren. Genauigkeit zählt – ein begrüntes Dach ist nur so gut wie seine Abdichtung, und die darf keine Fehler haben.
  • Teamfähigkeit ist im Dachdeckerhandwerk essentiell. Du arbeitest mit Kolleginnen und Kollegen zusammen, abgestimmt und koordiniert. Du brauchst also keine Einzelkämpfer-Mentalität, sondern solltest gerne im Team arbeiten.
  • Logisches Denken hilft dir dabei, komplexe Aufgaben zu planen. Wie stattet man ein Dach optimal aus? Welche Materialien brauchst du in welcher Reihenfolge? Du solltest solche Fragen gerne durchdenken.
  • Und last but not least: Verantwortungsbewusstsein. Schlechte Arbeit auf dem Dach kann zu Wasserschäden führen – das willst du niemandem antun. Gute Handwerker nehmen ihre Arbeit ernst, und das solltest du auch.

Werkzeuge und Materialien – Was nutzt du?

Als Dachdecker/in mit Schwerpunkt Dachbegrünung arbeitest du mit einer breiten Palette an Werkzeugen und Materialien.

  • Bei den klassischen Werkzeugen findest du alles, was auch andere Dachdecker nutzen: Hämmer, Meißel, Sägen, Bohrmaschinen und spezielle Dachdecker-Werkzeuge wie Schiefer-Hammer oder Zangen. Sicherheitsausrüstung wie Helm, Sicherheitsschuhe und Absturzsicherung sind selbstverständlich – deine Gesundheit ist kostbar.
  • Beim Material wird es spannender: Du arbeitest mit verschiedenen Dacheindeckungsmaterialien wie Ziegeln, Schiefer oder Bitumenbahnen. Für die Begrünung brauchst du spezielle Systeme: Schutzschichten, Drainagen, Wurzelvliese und verschiedene Substrate (das ist die Erde für die Pflanzen). Jede Begrünungsart hat unterschiedliche Anforderungen – extensive Begrünung mit niedriger Vegetation braucht andere Materialien als intensive Begrünung mit richtigen Gärten auf dem Dach.
  • Pflanzen sind dein Werkzeug im besten Sinne: Sedumarten, Gräser, manchmal auch Sträucher und kleine Bäume. Du lernst, welche Pflanzen auf welchem Untergrund gedeihen, wie viel Gewicht sie aushalten und wie man sie richtig einsetzt.

Karrieremöglichkeiten – Von der Gesellin zur Meisterin und darüber hinaus

Nach deiner Ausbildung bist du Gesellin oder Geselle – und das ist noch lange nicht das Ende deiner beruflichen Entwicklung. Im Gegenteil, es geht erst richtig los.

Viele Fachleute entscheiden sich für die Meisterausbildung. Das dauert meist ein bis zwei Jahre und vertieft dein Wissen erheblich. Als Meister/in darfst du nicht nur Arbeiten führen und Auszubildende anleiten – du hast auch die Möglichkeit, dich selbstständig zu machen. Du könntest ein eigenes Dachdeckergeschäft gründen, deine Kunden selbst wählen und dein eigenes Unternehmen aufbauen. Das ist eine echte Perspektive für ehrgeizige Menschen, die ihre Karriere selbst in die Hand nehmen wollen.

Aber auch als angestellte/r Gesellin/Geselle hast du gute Chancen: Mit Spezialisierung auf Dachbegrünung wirst du zur wertvollen Fachkraft. Du kannst Projektleiter/in werden, Baustellen koordinieren oder andere Handwerker anleiten. Immer mehr Unternehmen suchen Spezialistinnen und Spezialisten für grüne Dächer – die Nachfrage wächst kontinuierlich.

Du könntest dich auch weiterbilden: Fortbildungen in Garten- und Landschaftsbau, in Denkmalpflege oder in nachhaltiger Baustoffkunde eröffnen dir neue Türen. Die Welt der Dächer und Gebäudehüllen ist vielfältiger, als man am Anfang denkt.

Und denk auch an die Zukunftssicherheit: Handwerker sind immer gefragt. Gute Dachdeckerinnen und Dachdecker können sich ihre Jobs aussuchen – das ist ein großer Vorteil.

Dein nächster Schritt

Du hast genug gelesen und willst mehr wissen? Oder dich sogar schon mal selbst ausprobieren? Dann bewirb dich für ein Praktikum oder eine Probearbeit bei einem Betrieb mit Schwerpunkt Dachbegrünung. Nur so kannst du echte Luft schnuppern, Handwerkslust testen und sehen, ob dieser Beruf wirklich zu dir passt. Der beste Weg herauszufinden, ob etwas für dich ist? Einfach machen.