Beruflich durchstarten: Inspiration und Orientierung für deinen Weg

Ausbildung im Handwerk Die faszinierende Welt des Galvaniseurs (m/w/d): Ein Beruf mit glänzenden Perspektiven

© KI-generiertes Bild

In der aufregenden Welt des Galvaniseurs mit dem Schwerpunkt Anodisieren wird aus unscheinbarem Metall ein glänzendes, korrosionsfestes Produkt, bereit für verschiedene Anwendungen in der Industrie. Diese Berufsbeschreibung beschreibt nicht nur die Aufgaben und den täglichen Arbeitsablauf, sondern auch die Ausbildung, erforderlichen Stärken und Karrierechancen. Mit einer dualen Ausbildung, die Theorie und Praxis vereint, gestalten angehende Galvaniseure die Zukunft der Oberflächentechnik, die durch innovative Ansätze in der Elektromobilität und Leichtbauweise boomt. Erlebe, wie Chemie und Technik zusammenkommen und entdecke die Möglichkeiten in diesem spannenden Berufsfeld!

Stell dir vor, du hältst ein Stück Metall in der Hand, das matt und unscheinbar aussieht. Nach deiner Arbeit glänzt es wie neu, ist korrosionsfest und bereit für den Einsatz in Autos, Flugzeugen oder Smartphones. Das ist die Welt des Galvaniseurs oder der Galvaniseurin – genauer gesagt der Oberflächenbeschichterin mit Schwerpunkt Anodisieren. Dieser Beruf verbindet Handwerkskunst mit moderner Technik und sorgt dafür, dass Produkte länger halten und besser aussehen. Wenn du technisch interessiert bist, gerne mit Chemikalien arbeitest und präzise bist, könnte das dein Ding sein. In diesem Beitrag schauen wir uns den Beruf in fünf Schritten an:

  • Was machst du genau?
  • Wie läuft die Ausbildung?
  • Welche Stärken bringst du mit?
  • Welche Werkzeuge und Materialien brauchst du?
  • Und wohin führt die Karriere?

Am Ende erfährst du, wie du direkt starten kannst.

1. Was macht man als Galvaniseur/in mit Schwerpunkt Anodisieren?

Als Galvaniseur/in oder Oberflächenbeschichter/in gibst du Metallen eine schützende und dekorative Oberfläche. Der Schwerpunkt Anodisieren macht Aluminium besonders widerstandsfähig. Dabei wird eine Oxidschicht elektrochemisch aufgebaut – quasi eine natürliche Rüstung gegen Rost, Abnutzung und Witterung. Du tauchst die Teile in Bäder mit Säuren und Laugen, leitest Strom durch und kontrollierst den Prozess genau.

Ein typischer Arbeitstag beginnt mit der Vorbereitung: Du reinigst die Werkstücke mechanisch oder chemisch, um Schmutz, Fett oder Rost zu entfernen. Dann kommt das Herzstück: Das Anodisieren. Du hängst die Aluminiumteile in ein Elektrolysebad, wählst die richtige Spannung und Temperatur und lässt die Magie wirken. Die Oberfläche wächst auf Mikrometer genau, kann gefärbt werden – von Silber bis Schwarz – und erhält so nicht nur Schutz, sondern auch ein edles Finish. Danach spülst du, trocknest und prüfst die Qualität: Ist die Schicht gleichmäßig? Hält sie den Korrosionstest? Fehlt irgendwo eine Blase?

Du arbeitest oft im Team in Betrieben der Automobilzulieferung, Luftfahrt oder im Maschinenbau, z. B. hier im Ortenaukreis, wo viele mittelständische Firmen solche Spezialisten brauchen. Der Job erfordert Konzentration, weil Chemikalien gefährlich sein können – Atemschutz und Schutzkleidung sind Standard. Aber der Kick? Wenn ein stumpfes Teil am Ende glänzt und funktioniert, siehst du deinen direkten Erfolg. Viele berichten von der Faszination, wie Chemie und Elektrizität sichtbare Veränderungen zaubern. Und ja, es gibt unbesetzte Plätze: Firmen suchen Junge, die Lust auf diesen Mix aus Handwerk und High-Tech haben.

2. Ausbildung: Dauer, Berufsschule und Betrieb

Die Ausbildung zum Galvaniseur/in (Oberflächenbeschichter/in) dauert dreieinhalb Jahre und ist dual: Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule. Im ersten Jahr geht's um Basics – Reinigen, Galvanisieren einfacher Schichten. Ab dem zweiten Jahr tauchst du tiefer ein, speziell ins Anodisieren von Aluminium. Du berechnest Badvolumen, mischst Elektrolyte und führst Prozesskontrollen durch.

Im Betrieb, z. B. bei einem Galvanobetrieb in Offenburg oder Kehl, machst du 80 Prozent der Zeit Praxis: Von der Teilelogistik bis zur Abnahme. Die restlichen 20 Prozent verbringst du an der Berufsschule, wie der Heinrich-Wieland-Schule in Baden-Württemberg. Dort lernst du Theorie: Chemie, Elektrotechnik, Materialkunde und Arbeitssicherheit. Blockunterricht macht es abwechslungsreich – mal vier Wochen Schule, dann zurück in den Betrieb.

Voraussetzungen? Hauptsächlich Realschulabschluss, aber auch Hauptschulabschluss mit guten Noten reicht oft. Technisches Interesse und handwerkliches Geschick zählen mehr als perfekte Zeugnisse. Viele Betriebe im Ortenaukreis bieten Probearbeiten an, um zu testen, ob's passt. Nach der Ausbildung machst du die Gesellenprüfung – und schon bist du fit für den Arbeitsmarkt. Der Einstiegsverdienst liegt bei rund 1.000 Euro brutto im ersten Jahr, steigt auf 1.300 Euro am Ende. Perfekt für Schulabgänger, die schnell eigenes Geld verdienen wollen.

3. Stärken, die du mitbringst – und die der Beruf fördert

Dieser Beruf passt super zu Leuten mit diesen Stärken:

  • Präzision und Geduld, denn kleine Fehler im Bad können Teile unbrauchbar machen.
  • Technisches Verständnis hilft, Prozesse zu optimieren.
  • Teamfähigkeit ist key, weil du mit Kollegen aus Produktion und Qualität arbeitest.
  • Chemieaffinität macht Spaß – du experimentierst mit Lösungen, ohne dass es langweilig wird.

Der Job formt dich weiter: Du lernst, unter Zeitdruck zu arbeiten, Qualität zu sichern und nachhaltig zu denken – Anodisieren spart Ressourcen, weil es recycelbar ist. Viele Galvaniseure schätzen die Abwechslung: Mal Serienteile für Autos, mal Einzelstücke für die Luftfahrt. Und die Belastung? Schwer zu heben gibt's selten, da Roboter und Krane helfen. Minuspunkte: Schichtarbeit möglich, aber mit guten Zuschlägen. Positiv: Hohe Job-Sicherheit, da Oberflächentechnik boomt durch E-Mobilität und Leichtbau. Wenn du stark in Mathe und Naturwissenschaften bist, fühlst du dich hier wohl – und baust Selbstvertrauen auf, weil du greifbare Ergebnisse siehst.

4. Typisches Werkzeug und Material

Dein Arbeitsplatz ist die Galvanowerkstatt: Sauber, belüftet, mit Badanlagen aus Edelstahl. Kernwerkzeuge:

  • Kran und Förderbänder zum Hängen der Teile
  • Gleichstromquellen für Elektrolyse
  • Thermometer und pH-Messer für präzise Kontrolle

Du trägst Schutzkleidung: Gummistiefel, Handschuhe, Atemschutzmaske und Schutzbrille – Sicherheit geht vor.

Materialien drehen sich um Aluminium für Anodisieren: Legierungen wie AlMg3 für Autos. Elektrolyte sind Schwefelsäure oder Phosphorsäure, Farbstoffe für dekorative Schichten. Du arbeitest mit Spülmitteln, Neutralisatoren und Siegelmitteln, um die Schicht zu versiegeln. Alles ist standardisiert, aber du kalibrierst Geräte selbst. Im Ortenaukreis findest du das in lokalen Betrieben – nah an deiner Schule, mit modernen Anlagen.

5. Karrierewege: Von Geselle zur Selbstständigkeit

Nach der Ausbildung startest du als Geselle/in mit 2.500 Euro brutto monatlich. 

Schnell übernimmst du Schichtenleitung oder Qualitätskontrolle. 

  • Weiterbildung zum Industriemeister/in (6 Monate Vollzeit) öffnet Türen zu Führungspositionen – Gehalt dann 3.500 Euro plus.
  • Techniker/in-Ausbildung bringt dich in die Entwicklung neuer Prozesse.
  • Selbstständigkeit? Viele eröffnen eigene Galvanowerkstätten, besonders für Spezialanodisieren. Im Ortenaukreis gibt's Förderungen für Gründer.
  • Oder Wechsel in verwandte Branchen: Beschichtung von Kunststoffen oder Korrosionsschutz für Windräder.

Die Perspektiven sind breit – von Azubi zu Betriebsleiter in 10 Jahren realisierbar.

Bist du neugierig geworden? Frag jetzt ein Praktikum oder Probearbeiten an! Schreib direkt an die Firmen – der erste Schritt in deine Zukunft ist einfacher als du denkst. Entdecke, ob Anodisieren dein Beruf ist!