Ausbildung in der Industrie Fachkräfte für Abwassertechnik (m/w/d) : Unsichtbare Helden unter der Erde
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Der Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik ist alles andere als trocken – er spielt eine entscheidende Rolle für den Umweltschutz und die öffentliche Gesundheit. In diesem Artikel wird der abwechslungsreiche Arbeitsalltag dieser wichtigen Fachkräfte vorgestellt, von Kanalinspektionen bis hin zu Notfallreparaturen. Technisches Know-how, handwerkliches Geschick und eine Leidenschaft für Technik sind gefragt. Die Ausbildung bietet nicht nur spannende Einblicke in die Abwassertechnik, sondern auch eine zukunftssichere Karriere mit guten Verdienstmöglichkeiten. Erfahre, ob dieser Beruf auch für dich der richtige Weg sein könnte und werde Teil der nachhaltigen Veränderung in unserer Umwelt.
Stell dir vor, du stehst am Rande einer Stadt, wo unter der Erde ein unsichtbares Netz aus Rohren und Pumpen läuft – ein System, das dafür sorgt, dass unser tägliches Wasser sauber bleibt und Abwasser wegkommt, ohne die Umwelt zu belasten. Als Fachkraft für Abwassertechnik bist du der Held hinter den Kulissen, der dieses Netz am Laufen hält. Dieser Beruf ist perfekt für alle, die gerne mit den Händen arbeiten, technisches Verständnis haben und etwas Bleibendes für die Gesellschaft tun wollen. In diesem Porträt tauchen wir tief ein: Wir zeigen dir den Arbeitsalltag, die Tools, die Sicherheitsausrüstung und am Ende fragst du dich vielleicht: Passt das zu dir?
Der Arbeitsalltag: Von der Kanalinspektion bis zur Notfallreparatur
Ein Tag als Fachkraft für Abwassertechnik beginnt oft frühmorgens auf dem Betriebsgelände einer kommunalen Abwasserbeseitigungsanstalt oder bei einem spezialisierten Unternehmen im Ortenaukreis. Dein Einsatzgebiet? Kläranlagen, Kanalnetze, Pumpstationen und alles, was mit der Behandlung und dem Transport von Abwasser zu tun hat. Der Job ist abwechslungsreich: Mal fährst du mit dem Servicewagen durch den Kreis, um eine verstopfte Leitung zu prüfen, mal bist du in der Anlage und überwachst große Pumpen.
Ein typischer Einstieg: Du bekommst einen Auftrag, etwa eine Inspektion eines Kanals in Offenburg oder Kehl. Mit deiner Ausrüstung steigst du in die Tiefe – nicht immer trocken, aber immer geplant. Du nutzt Kameras, um Rohre von innen zu filmen, suchst nach Rissen oder Ablagerungen und dokumentierst alles digital. Fällt ein Defekt an? Dann kommt der spannende Teil: Du reparierst. Das kann das Einsetzen neuer Dichtungen bedeuten, das Spülen von Leitungen mit Hochdruckreinigern oder sogar das Graben eines kleinen Schachts, um eine Pumpe auszutauschen.
Später am Tag wechselst du vielleicht in die Kläranlage. Hier geht's um Biologie und Chemie: Du prüfst den Schlammstoffgehalt, misst pH-Werte und stellst sicher, dass Bakterien das Abwasser reinigen. Moderne Anlagen sind hochtechnisiert – Bildschirme zeigen Echtzeitdaten, und du bedienst Steuerungen, die den gesamten Prozess automatisieren. In Schichtenarbeit, besonders bei größeren Anlagen, sorgst du dafür, dass 24/7 alles läuft. Und bei Starkregen? Dann bist du im Notdienst: Überschwemmungen verhindern, Pumpen hochfahren – Action pur!
Der Beruf ist körperlich fordernd, aber befriedigend. Du siehst direkt, wie deine Arbeit die Stadt schützt: Kein Abwasser in Flüssen wie der Kinzig oder dem Rhein. Viele Fachkräfte erzählen, dass der Stolz auf nachhaltige Arbeit motiviert – du trägst zum Umweltschutz bei, ohne es laut zu machen.
Die Tools: High-Tech trifft Handwerk
Behind-the-Scenes: Dein Werkzeugkasten ist ein Traum für Technikfans. Im Auto hast du einen mobilen Kran für schwere Teile, Hochdruckspülgeräte mit 200 Bar Druck und ferngesteuerte Kanalreinigungsfahrzeuge. Für Inspektionen? Kamerasysteme mit LED-Lichtern und Schwenkfunktion, die Bilder in HD auf dein Tablet übertragen. Messgeräte für Gas, pH-Wert oder Durchfluss sind Standard – alles digital, oft mit Apps verbunden.
In der Anlage kommen Pumpen, Mischer und Belüftungssysteme zum Einsatz. Du lernst, mit SPS-Steuerungen (Speicherprogrammierbare Steuerungen) umzugehen, die Prozesse automatisieren. Handwerkliche Tools wie Schraubenschlüssel, Dichtmassen und Schneidbrenner runden es ab. Alles ist robust gebaut, wasserfest und für den Einsatz in feuchten, engen Räumen gemacht. Moderne Tools sparen Zeit: Ein Drohnen-ähnliches Inspektionsgerät erkundet Rohre ohne Graben – effizient und umweltfreundlich.
Sicherheitsausrüstung: Dein Schutzschild unter Tage
Sicherheit geht vor! Als Fachkraft trägst du immer persönliche Schutzausrüstung (PSA). Das Highlight: Der Atemschutz mit Sauerstoffflasche für enge Schächte, wo Gase wie Methan oder H2S gefährlich sein können. Helm mit Lampe, Gehörschutz, wasserdichte Stiefel und Handschuhe sind Pflicht. Der Overall ist chemikalienresistent, oft mit integrierten Knienpolstern für langes Knien in Rohren.
Behind-the-Scenes Reel: Stell dir vor, du ziehst den Ganzkörperanzug an, schnallst den Atemschutz um und kletterst mit Seilwinde in einen 5-Meter-Schacht. Gaswarner piepen, wenn's kritisch wird – alles mit Funkverbindung zum Team oben. In der Anlage: Warnwesten, Schutzbrillen und Fallabsicherung bei höheren Ebenen. Jede Schicht startet mit Sicherheitsbriefing: Messen, Belüften, Kollegen-Sicherung. Dank strenger Vorschriften (DGUV) sind Unfälle selten, aber Vorbereitung macht den Unterschied.
Die Ausbildung: Dein Einstieg in den Beruf
Die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik dauert drei Jahre und ist dual: Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule. Voraussetzung? Hauptschulabschluss reicht oft, aber technisches Interesse hilft. Im Ortenaukreis gibt es offene Stellen bei Kommunen, Wasserwerken oder Firmen wie dem Wasserzweckverband Offenburg. In der ersten Zeit lernst du die Basics: Rohrnetze, Pumpentechnik, Wasserchemie. Später spezialisierst du dich auf Betriebstechnik oder Verfahrenstechnik.
Gehalt in der Ausbildung: Ca. 900–1.200 Euro brutto im ersten Jahr, steigend auf 1.200–1.500 im dritten. Danach? Einstiegsgehalt um 2.500–3.000 Euro, mit Zulagen für Schicht und Bereitschaft bis 3.500+. Karrierechancen: Meister, Techniker oder Leitungsposten – viele steigen schnell auf.
Verdienst und Perspektiven: Stabil und zukunftssicher
Karrierechancen: Der Bedarf steigt durch Digitalisierung und Klimawandel. Mehr Regen, mehr Abwasser – Experten werden gesucht. Weiterbildungen zu IoT in Anlagen oder Erneuerbare Energien (z.B. Biogas aus Kläranlage) öffnen Türen. Im Ortenaukreis boomt der Sektor: Neue Anlagen in Achern oder Willstätt brauchen Personal.
Verdienst: Festanstellung mit 13. Monatsgehalt, betrieblicher Altersvorsorge, Weihnachtsgeld. Nach 5 Jahren oft 3.500+ Euro. Urlaub? 30 Tage plus Überstundenabbau. Work-Life-Balance: Schichtmodelle erlauben lange Wochenenden.
Passt das zu dir?
Bist du praktisch veranlagt, magst Technik und hast keine Angst vor Schmutz? Liebst du Problemlösen und Teamarbeit? Dann könnte Fachkraft für Abwassertechnik dein Ding sein. Es ist ein Beruf mit Sinn: Du schützt Umwelt und Gesundheit, lernst ständig dazu und hast sichere Perspektiven. Viele Absolventen sagen: "Ich hab nie gedacht, dass Kanalarbeit so cool ist!"
Im Bereich Der Weg zum Ausbildungsplatz findest du Bewerbungstipps. Partnerbetriebe listen offene Stellen.
