Ausbildung in der Industrie Medientechnologe/in im Siebdruck: Kreativität trifft Technik
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Der Beruf des Medientechnologen im Bereich Siebdruck vereint handwerkliches Geschick, Kreativität und technisches Know-how. In einer lebhaften Umgebung, in der Farben und Designs lebendig werden, arbeiten diese Fachkräfte an der Herstellung vielfältiger Druckprodukte, von Plakaten über T-Shirts bis hin zu technischen Folien. Der Artikel beschreibt den typischen Arbeitsalltag, wichtige Werkzeuge und Sicherheitsmaßnahmen und gibt aufschlussreiche Tipps, um herauszufinden, ob dieser abwechslungsreiche Beruf zu einem passt. Egal, ob du die Welt mit bunten Designs bereichern möchtest oder eine fundierte Ausbildung anstrebst, der Siebdruck bietet spannende Perspektiven für kreative Köpfe.
Stell dir vor, du stehst in einer Werkstatt voller bunter Farben, druckst riesige Plakate für Konzerte oder gestaltest Werbetafeln, die überall in der Stadt hängen. Klingt spannend? Als Medientechnologe/in im Bereich Siebdruck tauchst du genau in diese Welt ein. Dieser Ausbildungsberuf verbindet Kreativität mit handwerklichem Können und Technik – perfekt für alle, die gerne mit den Händen arbeiten und Ergebnisse sehen wollen, die direkt sichtbar sind. In diesem Porträt schauen wir uns den Alltag an, die Tools, die Sicherheitsausrüstung und geben dir Tipps, ob das zu dir passt. Los geht's!
Behind-the-Scenes: Ein Tag am Arbeitsplatz
Der Arbeitsplatz eines Medientechnikers im Siebdruck ist eine Mischung aus Atelier und Produktionshalle. Typischerweise arbeitest du in einem Betrieb, der Druckprodukte für Werbung, Textilien oder Verpackungen herstellt – oft in mittelständischen Firmen im Ortenaukreis oder der näheren Umgebung. Der Raum ist hell und luftig, mit langen Tischen für die Vorbereitung, Druckmaschinen in der Mitte und Stauraum für Farben und Materialien an den Wänden. Morgens startest du mit der Planung: Du bekommst Aufträge wie "Drucke 500 T-Shirts mit Logo" oder "Gestalte Siebdruck für Autofolien".
Ein normaler Arbeitstag beginnt um 8 Uhr. Zuerst prüfst du die digitalen Dateien vom Kunden – oft Vektorgrafiken oder Fotos, die du in Software wie Adobe Illustrator anpasst. Dann geht's ans Siebenherstellen: Du spannst ein feines Gewebe auf einen Rahmen, bestreichst es mit Lichtempfindlicher Emulsion und belichtest es mit UV-Licht, um das Motiv freizulegen. Das ist präzise Arbeit, bei der du mit Schablonen und Belüftungssystemen hantierst. Nach der Pause kommt der eigentliche Druck: Du fixierst das Sieb über der Druckmaschine, trägst Farbe auf und drückst sie durch das Sieb auf das Material – sei es Papier, Stoff oder Plastik. Moderne Maschinen sind halbautomatisch, mit Rollen und Förderbändern, die den Prozess beschleunigen.
Am Nachmittag kontrollierst du die Qualität: Farbabweichungen? Unebene Drucke? Du misst mit Farbmessgeräten und passt an. Feierabend ist um 16:30 Uhr, oft mit Schichtarbeit, wenn Großaufträge anstehen. Der Job ist abwechslungsreich – mal druckst du für Events, mal für Industrieprodukte. Und das Beste: Deine Arbeit ist greifbar. Du siehst, wie ein simples Design zu einem fertigen Produkt wird, das in der Welt landet.
Die Tools: Deine Werkzeuge für kreative Drucke
Kein Beruf ohne die richtigen Tools! Als Medientechnologe/in Siebdruck bist du mit einer Mischung aus klassischen und modernen Geräten unterwegs. Hier ein Überblick über die Essentials:
- Siebdruckrahmen und Gewebe: Das Herzstück. Rahmen aus Aluminium in Größen von A3 bis 2x3 Meter, bespannt mit feinem Polyestergewebe (Mesh mit 50-200 Fäden pro cm). Du wählst die Feinheit je nach Motiv – fein für Details, grob für dicke Farbschichten.
- Belichtungsgeräte und Emulsionen: UV-Lampen oder LED-Belichter für die Schablonenerstellung. Die Emulsion ist lichtempfindlich; du trägst sie mit Rakeln auf und belichtest sie präzise, damit nur das Motiv durchlässig wird.
- Druckmaschinen: Manuelle Karussellmaschinen für kleine Serien oder automatische Flachbett- und Runddruckmaschinen für Großauflagen. Sie haben Farbpfannen, Rakeln aus Gummi oder Stahl und Vakuumtische, die das Material fixieren.
- Farbtechnik: Siebdruckfarben in Tiegeln – wasserbasiert für Textilien, UV-härtend für Plastik. Du mischst sie mit Pigmentpasten für exakte Farbtöne (Pantone-Standards). Rührwerke und Viskosimeter sorgen für die richtige Konsistenz.
- Digitales Equipment: Computer mit Grafiksoftware (CorelDRAW, Photoshop), Plotter für Filmschablonen und Scanner für Vorlagen. In modernen Betrieben gibt's sogar 3D-Drucker für Prototypen.
- Nachbearbeitung: Trockner (Infrarot oder Konvektionsöfen), Waschanlagen für Siebe und Schneidemaschinen für fertige Produkte.
Mit diesen Tools schaffst du alles von Werbeplakaten bis zu technischen Folien. Die Ausbildung lehrt dich, sie sicher und effizient zu bedienen – von der Handhabung bis zur Wartung.
Sicherheitsausrüstung: Arbeiten mit Schutz im Fokus
Siebdruck ist farbenfroh, aber auch mit Risiken verbunden – Farbdämpfe, Chemikalien und Maschinen. Sicherheit steht immer an erster Stelle. Hier die Standardausrüstung:
- Persönliche Schutzkleidung: Baumwollkittel oder Einwegoveralls, die Farbspritzer abhalten. Handschuhe aus Nitril (chemikalienfest) und Schutzhandschuhe für Maschinen.
- Atem- und Augenschutz: Halbmasken mit Filter gegen Lösemittel-Dämpfe (A1-Filter) oder Atemschutzgeräte bei Sprühfarben. Sicherheitsbrillen oder Vollsichtscheuklappen schützen vor Spritzern.
- Fuß- und Kopfschutz: Antirutsch-Sicherheitsschuhe und bei Bedarf Helme in Produktionshallen.
- Technische Maßnahmen: Absauganlagen an Maschinen, Belüftungssysteme und Not-Aus-Schalter. Farben und Emulsionen lagern in Brandschutzschränken.
In der Ausbildung lernst du das Arbeitssicherheitsgesetz (ArbSchG) und GefStoffV genau. Unfälle passieren selten, wenn du die Regeln befolgst – und das gibt dir ein sicheres Gefühl. Viele Betriebe haben zertifizierte Sicherheitsbeauftragte, die Schulungen geben.
Passt das zu dir? So checkst du's
- Magst du handwerkliches Arbeiten? Du belässt nicht nur am Computer, sondern baust Schablonen und druckst manuell.
- Bist du teamfähig und belastbar? Der Job erfordert Kooperation mit Designern und Produktion, plus Schichtarbeit.
- Interessierst du dich für Design und Technik? Kreativität trifft auf Maschinenwissen – ideal, wenn du Grafik magst, aber nicht nur zeichnest.
- Stehst du mit Farbe und Chemie? Der Geruch ist intensiv, aber belüftet.
Voraussetzungen: Hauptschulabschluss reicht, gute Noten in Mathe, Deutsch und Kunst sind plus. Ausbildungsvergütung startet bei ca. 800-1000 Euro brutto im 1. Jahr, steigt auf 1200-1400 im 3. Jahr. Nach der Ausbildung (3 Jahre dual) verdienst du 2500-3500 Euro, mit Aufstiegschancen zu Meistern oder Fachkräften.
Viele Absolventen finden Jobs lokal – im Ortenaukreis gibt's Druckereien in Offenburg, Kehl oder Willstätt. Die Branche boomt durch Werbung und Individualdruck. Wenn du unsicher bist, schau dir Praktika an oder kontaktiere uns für Tipps.
Fazit: Siebdruck ist kreativ, praktisch und zukunftssicher. Es gibt unbesetzte Plätze – genau für dich, wenn du die Welt bunt gestalten willst. Probier's aus! Mehr Infos zu Ausbildungsplätzen findest du in unserem Bereich "Der Weg zum Ausbildungsplatz" oder per Kontakt.
