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Wege in die Ausbildung Soft Skills im Bewerbungsgespräch überzeugend präsentieren

© KI-generiertes Bild

In einer Welt, in der Noten und Abschlüsse allein nicht ausreichen, gewinnen Soft Skills zunehmend an Bedeutung. Ausbildungsbetriebe legen großen Wert auf Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kommunikation und Zuverlässigkeit. Doch wie hebt man sich von anderen Bewerbern ab? Der Schlüssel liegt darin, diese Fähigkeiten mit konkreten Beispielen zu belegen. In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Soft Skills effektiv darstellst, indem du persönliche Erlebnisse und Erfolge teilst. Anhand von praxisnahen Formulierungen für Teamarbeit, Kommunikation, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft zeigen wir dir, wie du im Bewerbungsgespräch überzeugst und den Eindruck hinterlässt, dass du genau der richtige Kandidat für die Ausbildung bist.

Noten und Abschlüsse sind wichtig – aber sie sind längst nicht alles. Ausbildungsbetriebe achten heute sehr genau auf deine Soft Skills, also auf persönliche Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kommunikation oder Zuverlässigkeit. Der Haken: Viele Bewerber schreiben zwar in ihre Bewerbung, dass sie teamfähig, zuverlässig oder lernbereit sind – aber kaum jemand belegt das mit konkreten Beispielen. Genau hier kannst du positiv auffallen.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du deine Soft Skills so mit Beispielen belegst, dass Ausbilder sofort verstehen: Diese Person passt zu uns. Wir gehen die vier häufigsten Soft Skills durch und geben dir Formulierungs-Ideen, die du direkt für deine Bewerbung oder dein Vorstellungsgespräch verwenden kannst: Teamarbeit, Kommunikation, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft.

Teamarbeit: Erzähle von einer konkreten Situation

Einfach zu schreiben „Ich bin teamfähig“ bringt dir wenig. Spannend wird es für Betriebe erst, wenn du zeigst, wann du in der Vergangenheit wirklich im Team gearbeitet hast und welche Rolle du dabei übernommen hast.

Überlege dir dafür konkrete Situationen aus deinem Alltag:

  • Schulprojekte oder Gruppenarbeiten
  • AGs, Schülervertretung, Orchester, Theatergruppe
  • Mannschaftssport oder Verein
  • Ferienjob oder Praktikum
  • Aktionen wie Schulfest, Projektwoche, Abschlusszeitung

Wichtig ist, dass du eine klar erkennbare Situation beschreibst: Wer war beteiligt? Was war das Ziel? Gab es Probleme? Was war dein Beitrag?

Beispiele für Formulierungen:

  • „In der 10. Klasse habe ich in einer Vierergruppe eine Präsentation in Geschichte vorbereitet. Anfangs hatten wir sehr unterschiedliche Ideen. Ich habe vorgeschlagen, die Aufgaben aufzuteilen und einen gemeinsamen Zeitplan zu erstellen. So konnten wir unsere Präsentation rechtzeitig abgeben und haben eine gute Note bekommen.“
  • „Ich spiele seit acht Jahren im Fußballverein. Dadurch habe ich gelernt, mich auf andere zu verlassen, Kritik von Trainer und Mitspielern anzunehmen und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten – auch dann, wenn wir mal verlieren.“
  • „Während meines Praktikums im Einzelhandel habe ich eng mit den Kollegen an der Kasse und im Lager zusammengearbeitet. Besonders gefallen hat mir, dass wir uns gegenseitig unterstützt haben, wenn es voll wurde, statt nur auf den eigenen Bereich zu schauen.“

Tipp: Wähle ein Beispiel, das zur Ausbildung passt. Wenn du dich zum Beispiel im Handwerk bewirbst, ist Teamarbeit im Verein oder Praktikum in einem handwerklichen Betrieb besonders überzeugend. Für eine Ausbildung im Büro passt ein Beispiel aus einem Schulprojekt oder einem Praktikum im kaufmännischen Bereich sehr gut.

Kommunikation: Zeige, welches Ergebnis du erreicht hast

Kommunikationsfähigkeit heißt nicht nur, gerne zu reden. Wichtig ist, dass du Informationen verständlich weitergeben, anderen zuhören und Missverständnisse klären kannst. Für Ausbilder ist vor allem interessant, welches Ergebnis deine Art zu kommunizieren gebracht hat.

Überlege dir Situationen, in denen deine Kommunikation etwas bewirkt hat:

  • Du hast ein Missverständnis in der Gruppe geklärt.
  • Du hast jemandem etwas erklärt, zum Beispiel in einem Schulfach, in dem du gut bist.
  • Du hast Kundinnen oder Kunden im Praktikum geholfen.
  • Du hast mit Lehrkräften, Trainerinnen oder Betreuern etwas abgestimmt.

Achte bei deinem Beispiel darauf, welches Ergebnis am Ende stand:

  • Wurde ein Konflikt gelöst?
  • Hat jemand etwas besser verstanden?
  • Lief eine Aktion dadurch reibungsloser?

Beispiele für Formulierungen:

  • „In einem Schulprojekt gab es Streit darüber, wer welche Aufgabe übernimmt. Ich habe vorgeschlagen, dass jeder kurz sagt, welche Aufgabe er sich zutraut. Dadurch konnten wir die Aufgaben fair verteilen und das Projekt ohne weiteren Stress zu Ende bringen.“
  • „In Mathe komme ich gut zurecht und habe zwei Mitschülern regelmäßig vor Klassenarbeiten den Stoff erklärt. Beide haben sich in den Arbeiten um eine Note verbessert. Mir hat das gezeigt, dass ich Inhalte verständlich erklären kann.“
  • „Während meines Praktikums im Bekleidungsgeschäft habe ich Kundinnen bei der Auswahl von Größe und Schnitt beraten. Ich habe darauf geachtet, Fragen offen zu stellen und ihre Wünsche genau zu verstehen. Mehrere Kundinnen haben sich ausdrücklich bedankt und gesagt, dass sie sich gut beraten fühlten.“

Wenn du deine Kommunikationsstärke beschreibst, nenne am besten ein konkretes Ergebnis: bessere Note, gelöster Streit, zufriedene Kunden, erfolgreich abgeschlossene Gruppenarbeit. So wird aus „Ich kann gut kommunizieren“ eine Fähigkeit, mit der Betriebe etwas anfangen können.

Zuverlässigkeit: Mach deinen Nachweis sichtbar

Zuverlässigkeit ist für Ausbildungsbetriebe einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Ausbilder wollen wissen: Erscheint diese Person pünktlich? Hält sie Absprachen ein? Zieht sie Dinge durch? Hier geht es weniger um schöne Worte, sondern um Nachweise.

Überlege dir:

  • Wo war lange Pünktlichkeit wichtig (z. B. Zeitung austragen, Nebenjob, Verein, Übungsleiter, Ehrenamt)?
  • Welche Aufgaben hast du regelmäßig übernommen?
  • Wo hast du Verantwortung getragen?

Mögliche Nachweise:

  • Praktikumsbeurteilungen (zum Beispiel: „war stets pünktlich“, „erledigte Aufgaben sorgfältig und termingerecht“)
  • Arbeitszeugnis vom Minijob
  • Bestätigungen vom Verein oder Ehrenamt
  • längerfristige Verpflichtungen (z. B. seit Jahren im selben Verein aktiv, regelmäßige Betreuung von Kindern, Nachhilfe)

Beispiele für Formulierungen:

  • „Seit drei Jahren trage ich zweimal pro Woche früh morgens Zeitungen aus. Auch bei schlechtem Wetter oder in den Ferien war ich immer pünktlich unterwegs. Von meinem Arbeitgeber habe ich dafür eine sehr positive Rückmeldung bekommen.“
  • „Während meines zweiwöchigen Schulpraktikums im Pflegeheim war ich an jedem Tag pünktlich vor Schichtbeginn da. In der Beurteilung wurde besonders betont, dass ich alle Aufgaben gewissenhaft erledigt und auch bei unangenehmen Tätigkeiten zuverlässig mitgeholfen habe.“
  • „Ich spiele seit fünf Jahren in der Handballmannschaft und fehle nur in Ausnahmefällen beim Training. Meine Trainerin kann sich darauf verlassen, dass ich bei Spielen und Turnieren dabei bin. Das zeigt, dass ich langfristige Verpflichtungen ernst nehme.“

Wenn du solche Nachweise hast, erwähne sie ausdrücklich in der Bewerbung und bringe sie – wenn möglich – zum Vorstellungsgespräch mit. So sind deine Aussagen zur Zuverlässigkeit schwarz auf weiß belegt.

Lernbereitschaft: Erzähle ein konkretes Beispiel

Ausbilder wissen: Niemand startet perfekt in die Ausbildung. Viel wichtiger als vorhandenes Wissen ist deine Bereitschaft zu lernen. Lernbereitschaft heißt, dass du offen für Neues bist, dranbleibst, auch wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, und aktiv nachhilfst, wenn du etwas nicht verstehst.

Das kannst du mit Beispielen zeigen wie:

  • Du hast dich in einem Fach deutlich verbessert.
  • Du hast dir selbst etwas beigebracht (z. B. Programm, Instrument, Sportart).
  • Du hast im Praktikum freiwillig mehr Aufgaben übernommen.
  • Du hast an einem Kurs oder einer AG teilgenommen, um besser zu werden.

Wichtig ist, deutlich zu machen:

  • Was konntest du am Anfang noch nicht?
  • Was hast du getan, um besser zu werden?
  • Was ist am Ende dabei herausgekommen?

Beispiele für Formulierungen:

  • „In Englisch hatte ich lange Schwierigkeiten und stand auf einer Fünf. Ich habe mir dann vorgenommen, das zu ändern, habe an einem freiwilligen Förderkurs teilgenommen und zu Hause regelmäßig Vokabeln gelernt. Innerhalb eines Schuljahres habe ich mich auf eine Drei verbessert.“
  • „Ich interessiere mich für Grafikdesign und habe mir in meiner Freizeit ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm selbst beigebracht. Mithilfe von Online-Tutorials habe ich gelernt, Flyer zu gestalten. Für das Schulfest habe ich dann das Plakat entworfen.“
  • „Im Praktikum in einer Kfz-Werkstatt habe ich anfangs nur einfache Aufgaben bekommen. Ich habe den Gesellen immer wieder gefragt, ob ich bei schwierigeren Arbeiten zuschauen und kleinere Handgriffe übernehmen darf. So konnte ich in den zwei Wochen viel dazulernen und am Ende einige Arbeitsschritte selbstständig durchführen.“

Solche Beispiele zeigen Ausbildern, dass du nicht bei Schwierigkeiten aufgibst, sondern aktiv an dir arbeitest – genau das, was in einer Ausbildung gefragt ist.

So setzt du deine Soft Skills gezielt ein

Du musst nicht alle Soft Skills gleichzeitig aufzählen. Wichtiger ist, dass du einige Stärken auswählst, die gut zur Ausbildung passen, und sie sauber mit Beispielen belegst. Ein möglicher Aufbau in deiner Bewerbung könnte sein:

  • Ein Satz: Welche Stärke?
  • Ein bis zwei Sätze: konkrete Situation
  • Ein Satz: Ergebnis oder was du daraus gelernt hast

Zum Beispiel:

„Ich arbeite gerne im Team. In der 10. Klasse habe ich in einer Gruppe die Abschlusszeitung mitgestaltet. Ich habe die Koordination der Artikel übernommen und dafür gesorgt, dass alle Beiträge rechtzeitig fertig wurden. Dadurch konnten wir die Zeitung pünktlich an die Druckerei schicken.“

Übe am besten im Vorfeld, deine Beispiele laut zu erzählen. So bist du im Vorstellungsgespräch sicher und musst nicht lange nachdenken. Wenn du deine Soft Skills mit konkreten Situationen, Ergebnissen, Nachweisen und Beispielen belegst, machst du Betrieben die Entscheidung leicht – und hebst dich von vielen anderen Bewerberinnen und Bewerbern klar ab.